KALLMORGEN, Friedrich
Duits schilder (1856-1924)
* 1856, Hamburg-Altona - † 1924, Grötzingen
Kallmorgen besuchte von 1870 bis 1874 die Hamburger Kunstgewerbeschule und ab 1875 die Düsseldorfer Akademie. 1877 siedelte er nach Karlsruhe um, wo er sich insbesondere der Landschaftsmalerei widmete. 1877 wurde er Schüler von Ernst Hildebrandt un 1878 von Hans Frederik Gude, dem er 1880 nach Berlin folgte. Die Bekanntschaft mit Gustav Schönleber und Herman Baisch veranlassten ihn, nach Karlsruhe zurückzukehren, wohin diese berufen wurden. Dem Umzug Kallmorgens 1889 nach Grötzingen ist zu verdanken, dass in diesem kleinen Ort die “Grötzinger Malerkolonie” entstand.
1891 wurde Kallmorgen der Professorentitel verliehen. 1902 übernahm er eine Professur and der Berliner Akademie für Landschaftsmalerei.
Friederich Kallmorgen war ein unermüdlichter Zeichner vor der Natur, der seine Ölgemälde nach detailgenauen Skizzen und Studien im Atelier malte.
Friedrich Kallmorgen.
Raumünzachtal, 1897-1900
Öl – 42 x 52 cm.
Das Ölgemälde “Raumünzachtal” ist nach einer Bleistiftzeichnung entstanden.
Sehr unmittelbar eröffnet sich dem Betrachter der Blick in ein grünes Wiesental, das vom Mittelgrund an von seitlich ansteigenden, bewaldeten Hängen und am Horizont von einem weich geschwungenen Gebirgszug begrenzt wird. Die Weidenflächen des Vordergrundels werden in schlängelndem und diagonalem Verlauf von einem Bach und einem Bewässerungskanälchen durchzogen. Kleine Heuschober mit Satteldächern – charakteristisch für diese Gegend – sind entlang dieser kleinen Wasserläufe rhythmisch versetzt aufgestellt.
Mit einem pastosen, weichen, sichern Pinselduktus konzentriert sich der Maler auf wesentliche Landschaftsvorgaben, die in dominierenden Grüntönen wiedergegeben werden.
Ruine der Michaeliskirche
in Hamburg, 1906,
Öl auf Leinwand, 45 x 55 cm